Segeln in Kroatien: 1 Woche Mitteldalmatien mit Katamaran
Stressfreie Anreise zum Segelurlaub dank Mittwoch-Mittwoch Charter
Unser Törn war diesmal wieder eine Mittwoch-Mittwoch Charter, also mit Anreise unter der Woche – ohne Stau an Mautstationen oder Baustellen – sodass wir schnell in der Marina Jezera auf MURTER gewesen sind. Das wäre am Wochenende nicht möglich gewesen. So konnten wir dann auch schon um 13:00 Uhr auslaufen, weil wir das einzige Boot zum Einchecken waren, da fast alle Crews am Samstag starten.
Daher empfehle ich jedem, der es sich zeitlich einrichten kann, eine Mittwoch-Mittwoch Charter – spart Nerven, Zeit und bringt euch schneller aufs Wasser.
Zu den Mittwoch-Mittwoch AngebotenMein Törnbericht Kroatien 2025
Vorweg, ich mache mir immer schon zuhause eine ordentliche Grobplanung mit Ausweichzielen, falls sich das Wetter ändert. Dazu verwende ich die Windy-App, die kroatische Aladin Wettervorhersage für Wind und Niederschlag sowie vor Ort gerne auch den Regenradar von WetterOnline.
Unsere geplante Segelroute – basierend auf der Wettervorhersage
Unsere anfänglich angestrebte Route war wie folgt:
- Zuerst bei leichtem Maestral in Richtung Norden motoren, an die Südspitze von Iz, um dann mit dem stärker werdenden Maestral nach Sali auf DUGI OTOK zu segeln und in den Kornaten den Durchzug des schlechten Wetters in Levrnaka abwarten.
- Am nächsten Tag mit abschwächendem westlichem Wind durch die Kornaten segeln und später die einsetzende Bora ausnutzen, um nach ZIRJE zu segeln, um dort in der von Bora geschützten Bucht Uv. Tratinska sicher zu liegen.
- Dann mit der wieder schwächer werdenden Bora weiter südlich in die Bucht Uv. Stupica segeln, die byzantinische Festung am Hügel besichtigen und dann über Zlarin oder Prvic wieder zurück nach Jezera kommen.
Doch das Wetter forderte Flexibilität und wir mussten umplanen. So führte uns unser tatsächlicher Törn schließlich über folgende Stationen:
Unser Segeltörn durch Dalmatien: Tatsächliche Route, Erlebnisse & Highlights
Mittwoch, 23.07.2025
Auslaufen – zur kurzen Abkühlung ankerten wir gleich etwas südlich der Marina in der Bucht Uv. Guscica, zwischen der kleinen vorgelagerten Insel und dem Festland. Ein idealer erster (aber auch letzter) Badestopp zum Abkühlen und Ankommen im Urlaub (ca. 1nm von der Marina Jezera entfernt). Unter Motor fahren wir bei schwachem Westwind an der Außenseite MURTERS hoch und legen noch einen Badestopp zwischen den beiden Inseln Zminjak und Radelj nordöstlich von Murter ein. Unser Tagesziel ist VRGADA mit Anker, da sehr ruhiges Wetter vorausgesagt wurde.
Auch wir wollen es ruhig angehen, kochen am Schiff, besuchen weder den roten Sandstrand noch den netten kleinen Ort – wir waren ja auch schon oft hier, kommen aber immer wieder gerne hier vorbei. Wir haben uns am Fischmarkt in Vodice (mit Auto bei Anreise) zuvor fürs Kochen an Bord eingedeckt – es gibt Scampi Buzara, eines meiner Lieblingsspeisen an Bord.
Donnerstag, 24.07.2025
Am späten Vormittag geht es mit leichtem Ostwind zur Bucht Zincena an der südlichen Westküste Pašmans. Hier baden wir und warten dann auf die angesagte Winddrehung von Südwest auf West, um weiter zu unserem Tagesziel, dem Bojenfeld Vodenjak an der Südspitze von IZ zu segeln.
Dort machen wir an der ersten Boje im Bojenfeld unweit der Untiefe fest – ein idealer Schnorchelplatz. Wir bezahlen 1 €/Fuß (40 €). Wir haben dieses Bojenfeld gerne, es ist ein toller Platz, es ist gut gewartet und unsere Boje verfügte zusätzlich über eine Landleine zum sicheren und ruhigen Liegen. Am Abend kochen wir wieder an Bord.
Freitag, 25.07.2025
Nach ausgiebigem Baden sind wir am Freitag sehr spät ausgelaufen und gemütlich weiter nach KRKNATA (kleine Insel vor DUGI OTOK, auf Höhe zwischen Znam und Sali) motort, wo wir erneut einen Badestopp einlegten. Mit zunehmendem Westwind sind wir dann am späten Nachmittag weiter in den Stadthafen von Sali, um Vorräte aufzufüllen und die Batterien zu laden.
In Sali wollten wir ursprünglich in die uns vom letzten Törn bekannte Pizzeria gehen – entschieden uns dann aber doch für das Lokal davor. Die ausgehängte Speisekarte, insbesondere die exquisiten Vorspeisen, zogen uns magisch an. Wir wurden nicht enttäuscht – das Thunfisch-Tatar war ein Traum.
Auch wenn ich hier keine Preisdiskussion anstoßen möchte, möchte ich dennoch folgendes sagen: Für mich hat das Preis-Leistungs-Verhältnis gestimmt. Die Speisen waren qualitativ hochwertig und geschmacklich hervorragend. Wenn ich zu Hause auf diesem Niveau essen gehe, zahle ich einen ähnlichen Preis oder höher – warum also sollte man hier, mit dieser herrlichen Aussicht und besonderen Atmosphäre in Kroatien, weniger erwarten?
Ich persönlich gönne mir im Urlaub gerne ein bisschen mehr – einfach, weil ich das ganze Jahr über viel arbeite und unter der Woche zu Hause mittags niemand zum Kochen Zeit hat. Im Urlaub lasse ich es mir daher ganz bewusst gut gehen.
Wir sind alle mündige Gäste und haben heutzutage so viele Möglichkeiten, um uns im Vorfeld zu informieren: Fast jedes Restaurant verfügt über eine Website mit Speisekarte und Preisen, dazu kommen zahlreiche Bewertungen. Vor Ort mache ich oft eine kleine Runde, schaue mir die Lokale an, werfe einen Blick auf die ausgehängten Karten und manchmal auch auf die Teller der Gäste. So entscheide ich für mich, wo ich essen möchte und was es mir wert ist.
Natürlich liegt man dabei auch mal daneben – ist mir auch schon passiert. Manche Lokale sehen mich dann eben nicht wieder. Aber in den letzten Jahren bin ich mit dieser Herangehensweise meist sehr gut gefahren. Und wenn es einmal nicht passt, lasse ich mir davon ganz bestimmt nicht den Urlaub verderben. Mit ein bisschen Vertrauen und einer positiven Grundhaltung genießt es sich einfach entspannter.
Samstag, 26.07.2025
Trotz der angesagten Wetterverschlechterung mit Regen und Wind aus West sind wir in Sali ausgelaufen. Mit dem Motor fuhren wir durch die Mala Proversa in die Kornaten ein und nutzten den zunehmenden Westwind, um innerhalb des Archipels – zwischen den kleinen Inseln und der Insel Kornat – in Richtung Levrnaka zu segeln, wo wir wegen des Wetters sicherheitshalber einen Liegeplatz reserviert haben. Da wir mit Freunden unterwegs waren, die gutes Essen sehr schätzen, sollte das Essen in der Konoba Levrnaka unser Törn-Highlight werden.
Nach dem Ankommen und einer kleinen süßen Stärkung marschierten wir über den kleinen Hügel in die Bucht Uv. Lojena, die über einen traumhaften weißen Kiesstrand mit sandigem Meeresgrund verfügt – trotz wechselhaften Wetters mit nur kleinen Sonnenfenstern, karibisches Flair. Das Wetter war angenehm warm, doch der heftige Durchzug der Wetterfront kündigte sich bereits durch massiven Wolkenaufzug aus Westen an.
Gourmet-Highlight in der Konoba Levrnaka
Unser kulinarisches Highlight des Törns erlebten wir am Abend in der Konoba Levrnaka – ein stilvolles Restaurant mit exzellenter Küche, das man an so einem abgelegenen Ort nicht erwartet. Die Speisen waren visuell perfekt angerichtet und geschmacklich fein abgestimmt.
Bereits am Nachmittag gönnten wir uns zum Kaffee etwas Süßes: Tortellini mit Feigenfüllung in Salbeischaum, Crème brûlée mit Pistazien und Olivenöl sowie eine feine Mousse au Chocolat – perfekte Patisserie zum Genießen, geschmacklich hervorragend, raffiniert angerichtet.
Am Abend gab es zart geschmorten Oktopus aus dem Ofen und perfekt gebratene Thunfischsteaks, begleitet von passend abgestimmten Beilagen – alles auf hohem kulinarischem Niveau zubereitet. Die Preise sind gehoben, der Liegeplatz dafür inkludiert – für Genießer absolut lohnend. Top Qualität mit spürbarer Liebe zum Detail serviert. Wer mit Kindern oder weniger genussorientierten Jugendlichen unterwegs ist, findet woanders sicher passendere Optionen.
Für einen Gourmet-Törn jedoch: klare Empfehlung! Ich persönlich halte es in meinem Urlaub immer so, dass wir 2-3-mal ausgezeichnet Essen gehen oder auch mal in eine günstige Pizzeria, aber auch je nach Versorgungsmöglichkeiten mehrmals selbst kochen, für einen gemütlichen Abend an Bord.
Levrnaka – Genuss, Traumstrand und ein nasses Bett
Levrnaka war in jeder Hinsicht ein Erlebnis: ein traumhafter Strand in der Bucht gegenüber, wahnsinnig gutes Essen – und ein nasses Bett. Die Erklärung dazu folgt jetzt.
Während wir das Abendessen genossen, hatten wir vergessen, die Fenster zu schließen. Ein plötzlicher Wolkenbruch ergoss sich über den Katamaran und das auf dem Deck gesammelte Wasser fand schließlich seinen Weg durch das kleine Heckfenster unter den Stufen direkt in unsere Betten.
Doch selbst das konnte unsere gute Stimmung nicht trüben. Ich schlief letztendlich im ausgebauten Schwimmer vorne, meine Frau bei unserem Sohn in der Bugkabine und unsere mitreisende Familie organisierte sich ebenso flexibel.
Sonntag, 27.07.2025
Ein wunderschöner, sonniger Tag, der unsere nassen Betten schnell trocknen ließ. Gut, dass wir immer zusätzliche Wäschekluppen und große Klammern zum Aufhängen eines Sonnenschutzes mit an Bord haben – so konnten wir alles draußen befestigen, und bereits am frühen Nachmittag war alles wieder trocken.
Unter Segel nach Žirje – mit Badestopp und Gedanken zur Müllentsorgung
Unter Segel ging es herrlich durch die Kornaten, mit einem erfrischenden Badestopp zwischendurch, weiter nach Žirje, wo wir in der Bucht Tratinska im Bojenfeld anlegten. Die Boje kostete 40 €, den Müll mussten wir selbst entsorgen – die Behälter dafür befanden sich laut Beschilderung etwa 8 Minuten entfernt, bei der Anlegestelle der Konoba Tratinska.
Da unser selbsternannter „Müllentsorger“ an Bord auch seine beiden Dackel zum Gassi gehen dabei hatte, war es ihm nicht möglich, den Müll dorthin zu bringen – also führten wir ihn noch einen weiteren Tag mit uns, ehe wir ihn entsorgen konnten.
Auch wenn wir es sonst schätzen, dass mit der Bojengebühr auch die Müllentsorgung erfolgt, sehe ich die Lösung mit den Tonnen an Land durchaus positiv: Anstatt eines großen, gemischten Müllsacks – den typischen großen schwarzen Sack – bietet sich so die Möglichkeit, Plastik und Glas besser zu trennen – was letztlich auch der Umwelt zugutekommt.
Am Abend marschierten wir zur Bunkeranlage am Hügel und erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang, bevor wir an Bord mit selbstgekochtem Essen einen wunderschönen Segeltag ausklingen ließen.
Montag, 28.07.2025
Da die Gewitterfront aus Westen deutlich länger brauchte, um durchzuziehen, verzögerte sich auch das Einsetzen der Bora. Sie kam also nicht, wie angenommen, während unseres Aufenthalts in der vor Bora geschützten Bucht Tratinska. Daher mussten wir unsere Route anpassen und auf den geplanten Abstecher zur byzantinischen Festung in der ungeschützten Bucht Stupica verzichten. Stattdessen steuerten wir die geschützte Bucht Landine auf Pašman an.
Dort angekommen war es uns zu kalt zum Baden, wir gingen mit den Hunden spazieren und tranken in der Konoba Gajeta ein bis zwei Misch-Masch (Rotwein mit Fanta – bekannt aus Jugendtagen) und prüften die Speisekarte für den Abend. Die Bojenkosten von 3 €/m (40 €) welche wir bezahlten, galten auch bei Restaurantbesuch, unser Müll wurde uns jedoch entsorgt. Geschützt lagen wir an der Boje, während die Bora an anderen Orten Böen von bis zu 30 Knoten Wind mit sich brachte – mit der richtigen Routenplanung und einem wachsamen Blick auf die Wetterentwicklung lässt sich schlechtem Wetter oft gut ausweichen.
Dienstag, 28.07.2025
Nach kräftigem Regen in der Früh schliefen wir am Morgen ausgiebig und starteten entspannt in den Tag. Als Tagesziel steuerten wir die Bucht Vucigrada auf Murter an – die Liegeplatzkosten sind hier bei einem Restaurantbesuch inkludiert.
Wir ließen es uns gut gehen, das Wetter war warm und zum Baden ideal. Mit den Hunden spazierten wir den wunderschönen Küstenweg entlang bis in die nächste Bucht, gönnten uns ein Eis am Strand und genossen am Abend zum Törnabschluss gemeinsam einen frisch zubereiteten Fisch im Restaurant.
Mittwoch, 29.08.2025
Unser letzter Tag des Segelurlaubs ist da. Eigentlich hätten wir bereits gestern Abend in die Marina zurückkehren müssen – doch da der uns gut bekannte Schiffseigner erst am Donnerstagmittag anreisen möchte, konnten wir eine Verlängerung mitbuchen.
Diese Möglichkeit ist bei Wochentörns – je nach Verfügbarkeit – sehr beliebt, um spontan aus einer Woche einen 10-Tages-Törn zu machen. Besonders 1 bis 3 Wochen vor Abreise erhalten wir regelmäßig entsprechende Anfragen.
Wir segeln noch gemütlich um Murter, genießen ausgiebige Badestopps – der letzte wieder knapp vor der Marinaeinfahrt, genauso wie zu Beginn und kehren erholt und glücklich nach Jezera zurück.
Fazit zum meinem Segelurlaub in Kroatien
Ein wunderschöner Segelurlaub geht zu Ende – voller besonderer Momente, herrlicher Buchten und entspannter Tage auf dem Wasser.
Vielen Dank für Ihr Interesse – bis zum nächsten Törnbericht!
Herzlichst, Ihr Klaus Pitter
- Ein kleiner Tipp zum Abschluss: Besonders hilfreich bei der Routenplanung war für uns in diesem Jahr der Buchtenfinder Kroatien von Thomas Käsbohrer, erschienen im millemari Verlag und auch im Buchhandel erhältlich (es gibt auch eine digitale Version).
- Weitere Empfehlung: Der Konoba Guide Gourmet Stars 4. Eine kulinarische Reise durch 25 Lokale in Kroatien mit vielen Bildern, Hintergrundwissen zu den Orten und praktischen Kontaktdaten – keine Preisangaben oder Empfehlungen enthalten.